Manchmal überrascht mich das Leben.
Ich blicke auf Momente, in denen ich die Arme über den Kopf hebe und das Gefühl nicht loswerde, fliegen zu können.
Auf Momente, in denen ich die Augen schließe und das kühle Salzwasser zwischen den Zehen spüre, das Gefühl neugewonnener Freundschaften, pulsierenden Glückes, umwerfender Freiheit.
Und dann blicke ich zurück auf Momente, die ich nicht verstehen kann, in denen eine kräftige Hand nach mir greift und mich nicht nur zurück auf den Boden holt, sondern mich ruckartig darin versinken lässt. Verblüffend, wie schnell das Eine dem Anderen den Platz räumen kann.
Wenn ich jetzt an diese Nacht zurückdenke, kommen mir die Tränen. Weil sie von Schmerz, Schock und Ungewissheit geprägt ist. Weil es mir unbegreiflich bleibt. Weil es mir vor Augen geführt hat, wie schnell alles vorbei sein kann, wie wir doch alle Sekunde um Sekunde mit den Zehenspitzen am Abgrund stehen, scheinbar verdrängen wir dabei, dass schon eine kurze, starke Windböe ausreichen könnte, uns hinab zu fegen.
Das geschieht dann im Bruchteil einer Sekunde. Man merkt es erst, wenn es schon zu spät ist. Und wenn man sich dann doch wieder fängt lässt einen der Gedanke nie wieder los, wie knapp man dem endgültigen Sturz entkommen ist.

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