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Freitag, 26. August 2016

"Die sagen, dass eine starke Persönlichkeit damit fertig wird"

Das kling so einfach, so logisch. Und ich habe nie behauptet, damit nicht fertig werden zu können. Natürlich lässt es mich nicht kalt, ganz im Gegenteil. Doch es regt mich vielmehr dazu an, mir Gedanken zu machen. Über das Leben, das, was davon schon vorbei ist, und alles, was hoffentlich noch kommen wird.
"Ich glaube, du bist eine starke Persönlichkeit. Ich weiß noch, wie schüchtern und zurückhaltend du früher warst" - ein lächeln umspielt ihre Lippen, "ich kenne dich ja lange genug. Ich finde es mutig, was du alles wagst, Dinge, für die ich mich nie aufrappeln könnte, das ist beeindruckend!"
Dabei dränge ich doch immer nur danach, Neues zu sehen.
"Ich glaube, du musst dich da auch manchmal aufraffen. Amerika, Thailand, und überhaupt, dass du dich immer wieder kopfüber in fremde Menschenmassen stürzt". Ich nicke, da hat sie wohl recht.
"Du bist da wirklich dran gewachsen. Ich frag mich immer, wie viel mehr du noch aufblühen kannst, bis wir uns dann das nächste mal sehen."

Wie schön, denke ich dann. Ich habe schon viel erlebt. Unglaublich viel, für mein neunzehnjähriges Leben. Doch wie schön, ab und zu solche Worte zu hören. Dafür hat man sie, die beste Freundin. Und wie sie einen manchmal besser zu kennen scheint, als man sich selbst kennt.
Es ist schade, wie selten man sich nur noch sieht - aber dann, wenn es doch mal wieder so weit ist, springen einem kleine Veränderungen ins Auge, die man alleine nie bemerkt hätte.

Was wir auch besprechen: Über die Gedanken.
Wie der kurze Moment, in dem es um Leben und Tod ging, mir die Augen geöffnet hat: Wie unglaublich kostbar das eine Leben ist, und wie viel Zeit wir vergeuden, mit Aktivitäten, mit Grübeleien, die uns keinen Spaß machen, uns nicht weiter bringen. Wir sollten jeden einzelnen Augenblick genießen, denn es kann schneller vorbei sein, als wir blinzeln können.

Ich denke, dass selbst diese starke Persönlichkeit es nicht schafft, das Geschehene zu vergessen. Was sie ausmacht, ist der Schluss, den sie daraus zieht. Und genau der bringt mich weiter.
Für mich hatte es also auch etwas Gutes.

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